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Ein Konto für Grundschüler?

November 15, 2010

Erneut gerät die Hamburger Sparkasse in die Negativschlagzeilen. Waren erst vor ein paar Wochen ominöse Psychoprofile der Haspa-Kunden laut geworden, um dadurch den Profit der Bank zu steigern, soll die Haspa nun zusammen mit den Grundschulen Eltern dazu aufgefordert haben, ein Konto für ihre Kinder in der Grundschule zu eröffnen.

Wo ist nur die Moral geblieben?

Warum dürfen Grundschüler nun nicht einmal mehr in Ruhe gelassen werden von den Profitgedanken der Banken und der Wirtschaftlichkeit der Gesellschaft? In der Grundschule sollten eigentlich die basalen Voraussetzungen für eine gute Bildung geschaffen werden und die Grundschüler nicht zuletzt in einer behüteten Umgebung heranwachsen. Doch die Haspa will auch die Jüngsten der Gesellschaft als ihre Kunden gewinnen.

“Bitte eröffnen Sie für Ihr Kind ein Schüler-Girokonto bei der Haspa”

Anlass für die Grundschulkonten sei die Umstellung der Schukantine auf die Bezahlung mit Geldkarte. Deswegen habe die Schulleitung zusammen mit einem Mitarbeiter der Haspa ein Schreiben an die Eltern verfassten, in dem die Haspa “als Partner der Schule sehr gerne die Einführung des neuen Zahlungsmittels unterstützt und das komplette System zur Verfügung stellt.” Mit der Forderung “Bitte eröffnen Sie für Ihr Kind ein Schüler-Girokonto bei der Haspa” ist der Appell aber doch eindeutig und deswegen unzulässig. Von Seiten der Verbraucherschützer kam natürlich die erste Kritik: die Schule habe keinerlei Gespür dafür, wie gefährlich es ist, dass Kinder richtig früh mit dem Bezahlen mit Karte angefixt werden würden. Eigentlich sollte es in Grundschulen noch pädagogischer zugehen und so hat auch die Schulaufsicht nach dem Schreiben der Schulleitung einen erneuten Elternbrief aufgesetzt, in dem lediglich die Möglichkeit des Kontos gegeben wurde, zugleich aber nachdrücklich betont wurde, dass die Bezahlung auch in Bargeld oder mit Karten anderen Banken möglich sei.

Anschuldigungen abgewehrt

Die Haspa äußert sich zu diesen Vorwürfen natürlich nur bedingt und streitet manipulatorische Absichten vehement ab. Ihr ginge es um die Sicherheit der Schüler durch die Geldkarten, da sie im Gegensatz zu Bargeld weniger Anreiz für Überfälle wären und auch sozial schwächere Schülern durch eine Kartenzahlung anonymer subventioniert werden könnten.

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